Während die Haarentfernung mit Halawa, vor allem im Orient, auf eine jahrhundertealte Tradition zurück reicht, stellt das Brazilian Waxing ein relativ junges Phänomen dar.
Die Ursprünge liegen in den Küstenstädten Brasiliens, wo die Methode in den 1990er Jahren entstand. Mit zunehmender Verbreitung von Tangas und Microkinis wuchs die Nachfrage nach professioneller Haarentfernung im Kosmetikstudio. Um die Jahrtausendwende ging der Trend auf die USA über, wo er sich zuerst in Kalifornien und an der Ostküste ausbreitete. Hier bürgerte sich auch der Begriff für die Methode ein.
Die Popularität von Brazilian Waxing stieg, nachdem sich viele Stars wie beispielsweise Eva Longoria, Demi Moore, Gwyneth Paltrow, Pink, Jennifer Aniston und Scarlett Johansson in den Medien dazu bekannt hatten. Auch durch Thematisierung in Serien wie Sex and the City und Desperate Housewives stieg das Interesse. Aus dieser Tatsache heraus hat sich für die vollständige Enthaarung des Intimbereichs auch der alternative Begriff Hollywood Waxing etabliert.
In der Regel erfolgt die Durchführung in darauf spezialisierten Kosmetikstudios.
Die Kosmetikerin, die auch mit dem brasilianischen Begriff "Depiladora" bezeichnet wird, behandelt zunächst die entsprechende Stelle im Intimbereich mit einer Lotion zur Entfettung, dann trägt sie evt. Puder auf die zu enthaarenden Stellen auf.
Danach wird das warme dickflüssige Spezialwachs mit einem Holzspachtel auf die zu enthaarende Stelle im Intimbereich aufgetragen. Nach kurzer Zeit ist das Wachs abgekühlt und verfestigt. Es wird dann mit einem Ruck entfernt. Im Gegensatz zur klassischen Warmwachsbehandlung werden beim Brazilian Waxing keine Stoff- oder Vliesstreifen verwendet, sondern das abgekühlte Wachs wird direkt abgezogen.
Der Prozess wird wiederholt, bis das gewünschte Ergebnis erzielt ist. Abschließend wird zur Beruhigung der Haut Pflegecreme, Lotionen, Gels oder Puder aufgetragen.
Nach dem Waxing sollten für 24 Stunden Sauna und Sonnenbäder vermieden sowie keine enge Kleidung getragen werden, um unnötige Reizung zu vermeiden. Der Prozess wird in einem zirka monatlichen Abstand wiederholt, Voraussetzung ist eine Haarlänge von einigen Millimetern, damit das Wachs die Haare „greifen“ kann.
In der Regel bezieht sich der Begriff Brazilian Waxing auf die vollständige Entfernung der Schambehaarung, dies ist auch die am häufigsten nachgefragte Variante. Darüber hinaus lassen sich jedoch auch verschiedene "Frisuren" bzw. Stilformen gestalten. Im Deutschen haben sich die in den USA entstandenen Bezeichnungen für die verschiedenen Stile gehalten. Sie bezeichnen unterschiedliche Grade der Haarentfernung. Prinzipiell lassen sich beliebige Stile realisieren. Allerdings steigen mit der Anzahl der Konturen und zunehmender Komplexität auch Aufwand und Dauer der Behandlung, so dass der "normale" Brazilian unter Umständen die schnellste und am wenigsten schmerzhafte Methode ist.
Brazilian (auch Hollywood ): ist die ursprüngliche Form und bezeichnet die vollständige Entfernung der Schambehaarung. Brazilian Landing Strip (oder Irokese): Ein schmaler Streifen oberhalb der Schamlippen wird stehengelassen. Brazilian Triangle: Ein Dreieck oberhalb der Schamlippen wird stehengelassen. Bikini Lines: Nur die Bikinizone wird gewachst.
Brazilian Man: Entfernung der Schambehaarung am Penisschaft, am Hodensack und seitlich davon – die Schambehaarung oberhalb des Penis bleibt jedoch stehen; wird auch als Teilrasur bezeichnet.
Brazilian Hollywood Man: vollständige Entfernung der Schambehaarung – alle Haare am Penisschaft, oberhalb des Penis, am Hodensack und seitlich davon werden entfernt.
Hauptvorteil liegt in der langanhaltenden Glattheit und Dauer bis zum Nachwachsen der Haare. So liegen in der Regel ein bis zwei Monate zwischen den Behandlungen. Mit der langfristigen Anwendung nehmen sowohl die Menge als auch die Stärke der Haare ab, so dass sich die Zeiträume zwischen den Anwendungen noch verlängern. Langfristige Anwendung führt dazu, dass die Haare feiner und dünner werden, die Haarwurzeln weniger stark ausgebildet sind, so dass die Haare flaumiger werden. Im Gegensatz zur Rasur bilden sich auch keine harten Stoppeln aus, da die nachwachsenden Haare weiche Spitzen haben.
Auch kann die Rasur im Intimbereich bei einigen Frauen zu Hautreizungen, Pickeln oder Ausschlag führen. Brazilian Waxing wird vom Präsidenten des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF), Dr. Christian Albring, als hautfreundliche, wenn auch schmerzhaftere, Alternative zur Rasur empfohlen.
Ein Problem kann in einwachsenden Haaren bestehen. Diesen kann man u.a. durch regelmäßige Massage mit einem Luffa-Schwamm entgegenwirken.